Korea im Konflikt

In Korea herrscht ein Machtkampf zwischen den zwei Staaten Nord- und Südkorea. Auf dieser Seite können Sie sich genauer über die Ursachen, Hintergründe und Lösungsansätze informieren.
Im November 2010 drohte nach einer militärischen Aktion Nordkoreas ein neuer Krieg.

Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen

Beginn:

1945

Der Korea-Krieg: 1950 bis 1953


Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen

Ursachen:

Koreas Appelle an das Ausland, das Land von der japanischen Kolonialherrschaft zu befreien, hatten zur Folge, dass die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges in Malta dazu übereinkamen, Korea zu befreien und es treuhänderisch zu verwalten, bis eine Regierung gebildet werden konnte. Daraufhin besetzte die USA den Süden Koreas und die Sowjetunion den Norden Koreas.


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Konfliktparteien und ihre Ziele:

Nordkorea stellvertretend für die Sowjetunion und Südkorea stellvertretend für die USA.

Ziele:

Kommunismus im Norden und Demokratie im Süden.


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Bisheriger Verlauf:

Kurz vor dem Eintreffen der amerikanischen Truppen proklamierte das "Komitee zur Vorbereitung des nationalen Wiederaufbaus Koreas" die "Volksrepublik Korea". Die Sowjetunion erkannte diese Volksrepublik an, doch die USA verweigerte die Anerkennung.

1947 beschloss die UNO freie Wahlen.
1948 Weil keine Wahlen zustande kamen, wurde im Süden die Republik Korea ausgerufen.

Der Korea-Krieg

1950 Nordkoreanische Truppen lösten den Koreakrieg aus. Der Süden wurde von US-Truppen unterstützt, der Norden von den Chinesen.
1953 Ende des Krieges und Teilung des Landes.

Nordkorea setzte danach auf die Sowjetunion. Südkorea wurde wegen seiner billigen Arbeitskräfte zur Exportnation. Nach autoritären Regimes wechselten sich mit Militärregierungen ab, 1997 begann die Demokratisierung.

Konfliktverschärfung im November 2010

Am 23. November 2010 beschoss Nordkorea die südkoreanische Insel Yongpyong. Es kam, da Südkorea zurückschoss, zu einem einstündigen Feuergefecht, bei dem mindestens zwei Soldaten getötet und etwa 60 Häuser zerstört wurden. Als Ursache gab Nordkorea an, dass südkoreanische Truppen ein Manöver an der umstrittenen Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea nicht beendeten. Nordkorea drohte mit weiteren Maßnahmen angesichts eines geplanten Manövers, an dem auch die US-Streitkräfte teilnehmen sollen.


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Folgen und Auswirkungen:

Der Konflikt steigerte sich bis zum Krieg, dem Koreakrieg. Er wurde am 25. Juni verursacht, durch nordkoreanische Truppen, die Südkorea angriffen. An diesem Krieg waren direkt oder indirekt alle Mitgliedsstaaten der UNO mehr oder weniger mit einbezogen. Zeitweise drohte sogar noch ein Dritter Weltkrieg. Nach dem Waffenstillstand 1953 herrschte der "Kalte Krieg". Inzwischen fand wieder eine langsame Annäherung statt, jedoch ist dies sehr schwierig, da sich die zwei Länder so extrem gegensätzlich entwickelt haben (s. Landesseite). Südkorea hat in den letzten Jahren einen rasanten Wirtschaftsaufschwung erlebt, während Nordkoreas Wirtschaftskraft immer weiter abbaute. Vor allem im Süden fürchtet man die Absorbierung eines bankrotten Nordkoreas. Amnesty international beklagt in beiden Staaten immer wieder Menschenrechtsverletzungen.


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Lösungsansätze:

Das Rezept der südkoreanischen Regierung ist die wirtschaftliche Kooperation statt militärischer Konfrontation. Eine Lösung dieses Konfliktes wird durch die extremen wirtschaftlichen Unterschiede und dem beidseitigem Anspruch auf die Vorherrschaft der jeweiligen Gesellschaftsordnung nur sehr schwierig zu realisieren sein. Die neuesten Entwicklungen lassen jedoch die Hoffnung wachsen, weil sich Nordkorea zu Gesprächen mit Südkorea bereit zeigt.

Am 5. August 1997 trafen sich Nord- und Südkorea zusammen mit den USA und China in New York, um eine Lösung des Konflikts zu finden. Es handelte sich zunächst um Festlegungen für spätere Verhandlungen. Diese Verhandlungen sollten dann erst zu einer Gesamtlösung mit einem neuen Sicherheitsabkommen und einem möglichen Friedensschluß führen. Nordkorea versuchte Lebensmittel zu erhalten, denn seit über einem Jahr litt Nordkorea an einer Hungersnot, hervorgerufen durch Überschwemmungen. Nordkorea verlangte außerdem den Abzug der 37 000 US-Soldaten aus dem Süden. Südkorea war wiederum nicht an der Wiedervereinigung mit Nordkorea interessiert.

Südkorea hat einen neuen Präsidenten: Der Oppositionspolitiker Kim Dae Jung wurde am 18. Dezember mit 40,3 Prozent gewählt. Der 73jährige war politischer Häftling, der wegen seines Kampfes für die Demokratie im Gefängnis saß. Sein schärfster Rivale Lee Hoi Chang, der Kandidat der Regierungspartei, räumte seine Niederlage ein. Kim ist der erste Oppositionspolitiker seit Entstehen des südkoreanischen Staatswesen vor 49 Jahren. Die Wahl stand im Zeichen der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise in der südkoreanischen Geschichte. Die Börse in New York erlitt einen Schwächeanfall.

Nach der Wahl haben sich Staatschef Kim Young Sam und der neue Präsident Kim Dae Jung auf die Freilassung der verurteilten Ex-Präsidenten Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo geeinigt. Kim Dae Jung war unter dem Militärregime von Chun 1980 zum Tode verurteilt worden. Nur massive internationale Proteste hatten ihn gerettet.

Am 22. März 1998 fanden Friedensgespräche über ein Friedensabkommen in Genf statt. Jedoch ergebnislos, da Nordkorea die Gespräche auf unbestimmte Dauer abbrach. Weitere Verhandlungen wurden nur fortgesetzt, wenn die 37.000 US-Soldaten, die zu der Zeit in Südkorea stationiert waren abziehen. USA und China, deren Ziel es war, den Waffenstillstandsvertrag von 1953 zu ersetzen, nahmen an den Verhandlungen teil.

Trotz eines Seegefechts im Jahr 2002 wollte Südkoreas Präsident Kim Dae Jung an der "Sonnenscheinpolitik" festhalten. Die Regierung werde sich weiter um friedliche Lösungen im Konflikt mit dem Norden bemühen, so der Präsident.
Auch Nordkorea zeigte sich versöhnlich und gratulierte Südkorea zur erfolgreichen Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft.


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Quellen:

Internationales Handbuch - Länder aktuell

Anneliese und Peter Keilhauer: Südkorea

Rüdiger Machtezki und Manfred Pohl (Hrsg.): Korea

Das Parlament, 1996-11-15

Länderberichte Katholische Mission 6/1996

Haller Tagblatt, 1997-08-06, 1997-12-22, 2000-12-18, 2002-07-01, 2002-07-02
2010-11-24, -26

IAP 4/1998



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Stand: 2010-12-11/19-06-14
Letzter Bearbeiter: J. Gierich
Ursprungsautor/in: Heike Fritsche
Frühere Bearbeiter: Manuela Lüdemann / Toni Häuslein (1998), Katherin Lozano (1999), Olga Fuhrmann und Julia Schneider (2001), Sonja Aller (2003), Yvonne Rieger, Katrin Seubert (2005)
Grafik: "Unsere Erde" Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik)
Datei: korea/korea.htm