Bürgerkrieg in Sri Lanka

Durch die Unterdrückung der Tamilen kam es 1983 in Sri Lanka zum Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen.

Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen

Beginn:

Auf parlamentarischem Weg dauerte der Konflikt seit 1972 an und seit den Ausschreitungen 1983 eines kleinen Teils der singhalesischen Mehrheit gegen die tamilische Minderheit wurde der Konflikt zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet.


Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen   - Quellen

Ursachen:

Der Streit zwischen der Bevölkerungsmehrheit der überwiegend buddhistischen Singhalesen (74 %) und den hinduistischen Tamilen (18 %) um die Aufteilung der Tropeninsel schwelt seit mehr als 2300 Jahren.

Während der Kolonialzeit hatte sich der Konflikt zwischen Tamilen und Singhalesen schon angebahnt.

Die hinduistischen Tamilen, die vor allem im Norden und Osten von Sri Lanka leben, fühlen sich von der singhalesisch-buddhistischen Bevölkerungsmehrheit religiös und kulturell unterdrückt. Die Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien führte zu immer weiteren ethnisch motivierten Zusammenstößen und zur Absetzung der Nationalsprache Englisch. Ab diesem Zeitpunkt wurde Singhalesisch zur Nationalsprache erklärt, und somit waren die Tamilen Analphabeten im eigenen Land und sahen sich selbst als Bürger zweiter Klasse.


BeginnUrsachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen

Konfliktparteien und ihre Ziele:

Der Befreiungstiger für Tamil Eemal (LTTE) und die singhalesische Regierung.
Die LTTE forderten einen eigenen Tamilenstaat (Tamil Eelam) im Norden des Landes. Außerdem gab es noch 20 andere extremistische tamilische Zusammenschlüsse. Sie wurden finanziell und militärisch von der autonomen Tamilenpartei unterstützt.


BeginnUrsachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen  - Quellen

Verlauf:

1983 Blutige Ausschreitungen zwischen der singhalesischen Bevölkerung und der tamilischen Minderheit, bei denen 3000 Tamilen getötet wurden, waren der Beginn des Bürgerkrieges zwischen Tamilen und Regierungstruppen.
1985 200 Tote bei dem Vorstoß der Armee auf die besetzte Jaffna-Halbinsel.
Frühjahr 1986 Der indische Regierungschef Rajiv Gandhi versuchte Vermittlungsgespräche zu führen, doch diese Hoffnung ging verloren, da die Unruhen eskalierten.
Anfang 1996 Die Vermittlungsgespräche zwischen den Regierungsvertretern und der Oppositionsgruppe (LTTE) wurden wieder aufgenommen.
Januar 1996 Eine Vereinbarung über die Beendigung der Feindseligkeiten trat in Kraft.
April 1996 Verkündigung der einseitigen Aufhebung des Waffenstillstandes.
August 1997 Es kam erneut zu heftigen Gefechten zwischen den tamilischen Separatisten und Regierungstruppen. Bei diesen Kämpfen wurden erneut 200 Rebellen und 67 Soldaten getötet.
Januar 1998 Es gab verstärkt Bombenanschläge der Tamilen, die bisher über 50 Todesopfer und hunderte Verletzte forderte. Die schwersten Kämpfe seit 2 Jahren.
Dezember 1998 Überschattet von Anschlägen und Gefechten fanden heute in Sri Lanka die Präsidentenwahlen statt. Amtsinhaberin Chandrika Kumaratunga war letzte Woche nur knapp einem Selbstmordattentat der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) entkommen. Die Zahl der Toten stieg bei diesem und bei weiteren Anschlägen auf 37.
Januar 2000 Bei einem Sprengstoffanschlag sind im Norden Sri Lankas mindestens 11 Menschen getötet und 73 zum Teil schwer verletzt worden. Die Bombe, die in einem Postamt explodierte, sei vermutlich von den Rebellen der Befreiungstiger gelegt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.
März 2000 Bei einem Selbstmordanschlag mutmaßlicher Tamilen-Rebellen nahe dem Parlament von Sri Lanka sind 19 Menschen getötet und mehr als 50 schwer verletzt worden. Die Täter zündeten eine Lastwagenbombe. Der Anschlag überschattet den Versuch Norwegens, Gespräche zwischen der Regierung und den Befreiungstigern in Gang zu bringen.
Dezember 2000 In Sri Lanka verkündeten die tamilischen Rebellen, die um einen eigenen Staat im Norden des Landes kämpften, einen einmonatigen Waffenstillstand. Trotzdem kam es weiter zu Gefechten zwischen den "Befreiungstigern" und Regierungstruppen. Bei einem Minenanschlag auf einen Bus kamen acht Menschen ums Leben.
Januar 2001 Der Bürgerkrieg in Sri Lanka hat im vergangenen Jahr 3.753 Menschen das Leben gekostet, darunter 1.233 Soldaten und 2.433 Rebellen.
April 2001 Kurz nach Ende des einseitigen Waffenstillstands der tamilischen Rebellen auf Sri Lanka hat eine Offensive der Regierungstruppen mehr als 80 Menschenleben gefordert.
Juli 2001 Ein tamilisches Selbstmordkommando hat den internationalen Flughafen Sri Lankas angegriffen. Mehrere Menschen wurden getötet und verletzt. Auch Flugzeuge wurden beschädigt und zerstört. Viele Touristen saßen auf den Malediven und Sri Lanka fest.
August 2001 Tamilische Rebellen haben einen Polizeiposten überfallen. Dabei wurden 15 Polizisten, sechs Rebellen und zwei Zivilisten getötet. Die Luftwaffe flog als Vergeltung Angriffe gegen Stellungen der Rebellen.
Dezember 2001 Sieg der Vereinigten Nationalpartei (UNP) bei den Parlamentswahlen. Darauf trat Ende Dezember ein Waffenstillstand in Kraft, der inzwischen von beiden Seiten verlängert worden ist. Nun keimt in Sri Lanka die Hoffnung, dass nach fast 20 Jahren Bürgerkrieg endlich Frieden herrschen könnte. Um diese Hoffnung wahr werden zu lassen, erwägt Ramil Wickremesinghe ernsthaft, das Verbot der Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil-Eelam (LTTE) aufzuheben.
Februar 2002 Dank den Vermittlungen der norwegischen Regierung haben die Regierung von Sri Lanka und die tamilischen Rebellen es nun doch endlich geschafft ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen. Dieses Abkommen soll den Bürgerkrieg, der seit 20 Jahren herrscht, beenden.
Juni 2002 Nach 19 Jahren Bürgerkrieg stehen in Sri Lanka die Zeichen auf Verständigung. Die im Februar vereinbarte Waffenruhe hält an, Ende Juni wollen Regierung und "Befreiungstiger" über einen endgültigen Friedensvertrag verhandeln.
Oktober 2006 Erstmals seit fast zehn Jahren griffen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) wieder ein Ziel in einer Touristenhochburg an. Es handelte sich um einen Selbstmordanschlag auf eine Marinebasis in Galle. Nach Angaben eines Marinesprechers wurden mindestens 17 Menschen  getötet: 15 Rebellen, ein Soldat, ein Zivilist; 26 Menschen wurden verletzt.

BeginnUrsachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen

Folgen:


BeginnUrsachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen

Quellen:

amnesty international Jahresbericht 1996, Fischer

Sri Lanka. 7. aktualisierte, erw. und vollst. überarb. Auflage, Rausch 1994

Sri Lanka. dtv Merian Reiseführer

Harenberg Lexikon 1993 Aktuell

Haller Tagblatt 97-10-07, 98-01-26, 98-03-06, 98-10-01, 99-12-21, 00-01-28, 01-04-26, 01-07-25, 02-01-23, 02-06-25, 06-10-19

IAP-Meldung 97-08-03, Ausgabe 1/01 und 2/01, 9/01, 03/02



Home


Seitenanfang

Stand: 09-03-03/19-06-16
Letzter Bearbeiter: J. Gierich
Frühere Bearbeiter: Johanna Heist (2003), Nicole Preuhs, Daniela Schien, Marc Ossig (2000), Silke Schmidt (1997), Hexe (1997), Eva Frölich (1998), Anja Finkbeiner, Carmen Gentner (1999), Lena Strehle
Ursprungsautorin: Heike Dürr
Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik)
Datei: srilanka/srilanka.htm