Krieg im Jemen

Im Jahr 2014 brachen die innenpolitischen Probleme aus dem Untergrund hervor. Die Huthi-Rebellen bekämpften die Regierung und besetzten die Hauptstadt Sanaa. Im Jahr 2015 kam es zu einem Krieg.
 Jemen auf der arabischen Halbinsel

Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsversuche - Quellen

Beginn:

September 2014


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Ursachen:

Seit 1991 war der Jemen nicht zur Ruhe gekommen (s. Konfliktseite 1). 

Nach wie vor konnten internationale, nationale, regionale und religiöse Interessen nicht befriedigt werden. Seit Monaten beherrschten Huthi-Rebellen den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa.


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Konfliktparteien:

Die Staatsorgane

Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, seit Kriegsausbruch unterstützt von Saudi-Arabien und neun weiteren arabischen Nationen ("Operation entscheidender Sturm"). Seit deren Entmachtung werden Aktionen der neuen Mannschaft in Sanaa (Huthi-Rebellen) und von den Provinzgouverneueren boykottiert. Sunnitische Stammeskämpfer rüsteten gegen die Huthi-Rebellen, auch unterstützt von Al-Kaida.

Die Huthi-Rebellen

Sie beherrschten seit Monaten den Norden des Landes mit der Hauptstadt Sanaa. Sie machen etwa 40 Prozent der 35 Millionen Einwohner aus. 

Ihr Ziel ist es, dass die Beratung der Regierung auch durch die Huthi erfolgt und dass mehr Geld für die nördlichen Gebiete des Jemen ausgegeben wird.

Mit ihnen verbündeten sich jemenitische Truppenteile des Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Damit erhielten die Rebellen Flugzeuge, Panzer, Geschütze und Fahrzeuge im geschätzten Wert von 100 Millionen Dollar, die in den letzten Jahren von den USA geliefert worden waren.


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Verlauf:

September 2014 Besetzung der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Rebellen. Weit mehr als 200 Tote bei den dreitägigen Gefechten. Besetzung einiger Ministerien, Geldverwaltung in Eigenregie.
6. Februar 2015 Die Huthi-Rebellen lösen das Parlament auf und stellen den Präsidenten sowie den Premierminister unter Hausarrest.
Februar 2015 Zusammenbruch aller staatlichen Institutionen, auch die Zentralregierung existiert nicht mehr. Mehrere westlichen Staaten schlossen ihre Botschaften und zogen das Personal ab.
Ende Februar 2015 Flucht des Präsidenten in die Hafenstadt Aden.
25. März 2015 Die aufständischen Huthi-Rebellen rückten an die Hafenstadt Aden vor. Sie beschossen den Präsidentenpalast und den Flughafen. Der Präsident tauchte unter.
26. März 2015 Luftangriff auf Sanaa durch eine arabische Allianz, die die jemenitische Regierung stützt. Es soll sich um mehr als 100 Flugzeuge aus Saudi-Arabien, 30 Flugzeuge aus den vereinigten Arabischen Emiraten und acht aus Bahrein gehandelt haben. Das Kommando haben der saudische König Salman und sein Sohn, der 35-jährige Verteidigungsminister Mohammad bin Salman.
Juli 2015
Die Huthi-Rebellen wurden aus dem Flughafen von Aden vertrieben. Mit Hilfe von saudischen Luftangriffen haben Milizen des „Südlichen Widerstandes“ den Flughafen zurückerobert.
August 2015
Flugzeuge aus Saudi-Arabien bombardierten ein Trinkwasser-Werk in der Stadt Abs, weil sich dort Waffen oder Kämpfer der Huthi-Rebellen befunden hätten. Dabei sind mindestens 25 Menschen getötet worden.
April 2016
Wiederaufnahme von Verhandlungen der Konfliktparteien über Friedensverhandlungen.
2016-11-21 Trotz 48-stündiger Waffenruhe kam es in der Nacht zum Montag rund um die Stadt Taes im Südwesten des Landes zu Kämpfen zwischen Regierungstrupen und Rebellen. 15 Huthi-Kämpfer und neun Regierungssoldaten sowie vier Zivilisten seien um Leben gekommen.
2017-01-30 Schwere Gefechte mit Luftangriffen im Südwesten in der Region Mocho - mindestens 90 tote Huthi-Rebellen und fast 20 Regierungssoldaten starben.
2018-12-07 Beginn von Friedensgesprächen zwischen Regierung und Rebellen in Schweden. Austausch von Gefangenen wurde verkündet.
2018-12-20 Waffenruhe für den Hafen Hudaida.
2019-08-02 Anschlag der Huthi-Rebellen auf ein Militärlager: mindestens 35 Tote, 19 Verletzte.
2019-09-02 Luftangriffe der saudischen Militärkoalition auf eine Stellung der Huthi-Rebellen in Dhamar sürdlich der Hauptstadt Saana. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schätzte mehr als hundert Tote.
2019-09-21 Luftangriff der saudischen Militärkoalition auf vier Anlagen der Huthi-Rebellen nahe der Hafenstadt Hudaida, wo angeblich Seeminen und ferngesteuerte Botte produziert werden.

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Folgen:

Bilanz im April 2015: Seit Ausbruch der Kämpfe sind über 100.000 Menschen auf der Flucht, mindestens 74 Kinder sind getötet worden. Das Internationale Rote Kreuz schickte medizinisches Personal und Hilfsgüter in die Hauptstadt Sanaa.

Bilanz Ende Juni 2015: mehr als 2.600 tote und über 11.000 verletzte Jemeniten durch die Luftangriffe. Die Hälfte der Bevölkerung leidet Hunger. Eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Bilanz Ende März 2016: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es bislang 6200 Tote, auf der Flucht sind 2,4 Millionen Menschen, und mindestens die Hälfte der Bevölkerung (24 Millionen) ist von Hunger bedroht. Die Vereinten Nationen (UN) machen dafür hauptsächlich die saudische Luftwaffe verantwortlich: die Flieger fliegen sehr hoch, die Piloten sind unerfahren; daher werden militärische Ziele oft verfehlt und stattdessen Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, Flughäfen und Privathäuser getroffen.
Als Folge ist zu verzeichnen, dass der sogenannte Islamische Staat und "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel" stärkeren Zulauf erhält.

Bilanzzahlen im April 2016: 6.300 Tote, 30.000 Verletzte, 2,8 Millionen Binnenflüchtlinge.

Schwere Schäden sind auch im kulturellen Bereich zu verzeichnen, wie beispielsweise die Zerstörung eines Freilandmuseums.

Auch im religiösen Bereich ist festzustellen, dass die frühere religiöse Vielfalt mit Füßen getreten wird: Dschihadisten überfielen im März 2016 ein christliches Altersheim; der einzige christliche Friedhof Jemens wurde verwüstet, ebenso zwei der fünf Kirchen in Aden. Die wenigen jüdischen Einwohner Jemens verlassen das Land.

Nach zwei Jahren Bürgerkrieg droht 2017 eine Hungersnot. Mehr als zwei Millionen Kinder und gut eine Million Erwachsene sind akut unterernährt, mehr als zwei Drittel der rund 27 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen (nach Informationen des Nothilfekoordinators der UN, Stephen O'Brian ). Um 12 Miilionen besonders gefährdeten Menschen zuhelfen, brauchen die UN etwa zwei Milliarden Euro.

Im April 2018 informierte UN-Generalsekretär Antonio Guterres, dass mehr als 8 Millionen Menschen nicht wüssten, woher sie Essen bekommen sollten. Eine Hilfe von zwei Milliarden Dollar ist geplant; jedoch ist nichts Konkretes bekannt.


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Lösungsversuche:

Gespräche über einen Waffenstillstand unter Leitung der Uno - im Juni 2015 ergebnislos abgebrochen. Oman bemüht sich um eine Vermittlung.

Auf Grund der hohen Verluste (auch bei den saudischen Bodentruppen) sind Gespräche zwischen der saudischen Militärführung und den Huthis für April 2016 angedacht; sie wurden auch aufgenommen (s. Verlauf)


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Quellen:

Haller Tagblatt (Südwest Presse): 

2014-04-08
2015-01-20, -02-12
2015-03-26, -27
2015, -07-01, -07-15, -08-31
2016-03-09, -26
2016-04-19
2016-11-22
2017-01-30
2018-04-14
2018-12-07, -20
2019-08-02
2019-09-02



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Stand: 2019-19-06
Letzter Bearbeiter: J. Gierich
Datei: jemen/jemen2.html
Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik)
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